Gesellschaft für Zentralsterilisation von Medizinprodukten mbH

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Geschichte der Dampfsterilisation

 

Die Dampfsterilisation ist knapp ein Jahrhundert alt.

Bakterien sind in der biologischen Entwicklungskette unsere Urahnen.
Lange vor der Asepsis haben sich schon im Steinzeitalter zum Zeitpunkt der ersten Operationen die Chirurgen mit Infektionserregern auseinandersetzen müssen.

Die ersten besseren Kenntnisse über Mikroorganismen verdanken wir dem Mikroskop und dessen Entdecker Antoni van Leeuwenhoeck im 17. Jahrhundert. Es gelang ihm, Mikroskope mit 270facher Vergrößerung zu fertigen. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts folgte diesen Entdeckungen die mikroskopische Beobachtung von Lebewesen. Der Zusammenhang zwischen dieser Entdeckung und Infektionen wurde dennoch ignoriert.

Obwohl schon im 1. Jahrhundert v. Chr. Varro schrieb, dass "gewisse kleine Tierchen, die von der Luft getragen, durch den Mund in das Innere des Leibes dringen und Krankheiten erzeugen", musste man bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf ein eindeutiges Postulat warten, nachdem ein Zusammenhang zwischen Infektion und bestimmten Organismen als Infektionserreger gelten sollte.

Das erste statistisch geprüfte Verfahren über Asepsis (Fernhaltung von Keimen von Patienten) verdanken wir Ignaz Phillip von Semmelweiß. Er hatte erkannt, dass das tödliche Kindbettfieber durch gründliche Reinigung der Hände mit Seifenwasser und Chlorkalklösung erfolgreich zu bekämpfen war. Durch diese Maßnahmen und wenig später durch gleiche Behandlung der Instrumente und des Verbandsmaterials brachte er um 1851 die Sterblichkeitsquote in der Wöchnerinnenstation in seiner Wiener Abteilung von 18% auf einen Tiefstand von 1,2%.

Weitere Schritte in Richtung der Asepsis machte der Chirurg Josef Lister, indem er die Luft, die mit der Operationswunde in Kontakt kam, während der Operation mit Karbolsäure benebelte, die die Bakterien abtötete. Seine erste Veröffentlichung erfolgte 1867 in der Lancet. Ab diesem Zeitpunkt verbreitete sich diese Methode weltweit. Während Pasteur durch Hitze sterilisierte, veränderte "das Listern durch Karbolsäure" die Vermehrung der Bakterien im Wundbereich.

Der Chemiker Louis Pasteur, 1854 Prof. und Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Lille, brachte den Nachweis, dass mikroskopische Organismen Gärung hervorrufen. Ferner stellte er fest, dass kurzes Erhitzen von Wein auf etwa 60 Grad diese Organismen zerstört (pasteurisieren).

Ausschlaggebend für den Rückgang der postoperativen Infektionen war bis zum Ende des 19. Jh. die konsequente Forderung nach absoluter Keimfreiheit im Operationsgebiet unter dem Anstoß von Ernst von Bergmann. Der 1882 von Friedrich Trendelenburg in der chirurgischen Klinik von Bonn in Betrieb genommene Dampfsterilisator kam bald weltweit zum Einsatz. 1892 erschien das Buch "Anleitung zur aseptischen Wundbehandlung" von Kurt Schimmelbusch, Assistent von Bergmann.

Die wesentlichen Fortschritte im Verfahren der Sterilisierung durch Dampf brachte der Landarzt Robert Koch Anfang unseres Jahrhunderts während seiner Forschung über Mikroorganismen. Die ersten Versuche der Sterilisation mit heißer Luft und strömendem Wasserdampf machte Koch in Berlin im Jahr 1881.

Der nach diesem Prinzip von M. Lautenschläger entwickelte und gefertigte Autoklav wurde um 1890 in der Berliner Charité der ersten Zentralsterilisationsabteilung zum Einsatz gebracht.

Die Grundsteine der Asepsis und das Prinzip der Dampfsterilisation wurden zur Jahrhundertwende gelegt. Es sind die Wurzeln der alltäglichen chirurgischen Handlungen und eine der Grundvoraussetzungen unserer modernen Medizin.



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